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Hilfe, meine Gitarre kratzt

Trockene Luft und wie man damit umgeht
Winterzeit – Heizungszeit. Schon der Mensch klagt über trockene Luft, aber auch unsere geliebten Instrumente werden durch niedrige Luftfeuchtigkeit beeinträchtigt und können im schlimmsten Fall sogar zerstört werden. Aber was ist das überhaupt: niedrige Luftfeuchtigkeit? Wo kommt sie her, was will sie bei uns, und wieso ist sie ausgerechnet im Winter ein so großes Thema? Draußen ist doch alles feucht und grau, sagt man. Ist es im Sommer nicht viel trockener?

fotolia.com © manfredxy

Ein ganz klein wenig Physik
Luft kann gasförmiges Wasser aufnehmen. Das ist kein Wasserdampf (der besteht aus winzigen, flüssigen Wassertröpfchen), sondern tatsächlich unsichtbares Gas. In Luft ist also eine bestimmte Menge an gasförmigen H2O (Wasser) enthalten. Und wenn kein weiteres Wasser reingeht, spricht man von Sättigung: 100 Prozent. Die werden aber höchstens im Dampfbad erreicht. Die Luftfeuchtigkeit in Mitteleuropa bewegt sich normalerweise im Bereich um 50 Prozent – mal mehr, mal weniger. Hier fühlen sich unsere Gitarren am wohlsten – bei einer Luftfeuchtigkeit um 50 Prozent. Gemessen wird dieser Wert mit einem so genannten Hygrometer – der für jeden Gitarristen Pflicht sein sollte.

Die Wasserglas-Analogie
Die Speicherkapazität der Luft ist von der Temperatur abhängig. Ist die Luft kälter, kann sie weniger Wasser aufnehmen. Zu kompliziert? Stellen wir uns doch mal ein Halbliter-Glas vor und füllen es zur Hälfte (¼ Liter) mit Wasser. Das entspräche 50 Prozent Füllung. Wird Luft erwärmt, kann sie mehr Wasser aufnehmen. Stellen wir also einen bayerischen Maßkrug (1 Liter) daneben und kippen das Wasser aus dem Halbliter-Glas da hinein. Immer noch ¼ Liter, aber in das Glas passt viermal so viel hinein. An der Menge des Wassers hat sich nichts geändert, aber die relative Füllung ist auf 25 Prozent zurück gegangen. Wenn man also normal feuchte Winterluft von draußen erwärmt, wird sie trockener – und mit ihr unsere Gitarre.

Warum Trockenheit schadet
Holz enthält immer eine gewisse Menge Wasser, auch wenn es sich völlig trocken anfühlt. Wird die Luft trockener, sinkt auch das Wasservolumen im Holz. In der Folge wird das Holz kleiner: Es schrumpft. Man merkt es zuerst an den Griffbretträndern, wenn die Kanten der Bundstäbchen herausstehen und beim Lagenwechsel fürchterlich in der Hand kratzen. Als nächstes wird die Wölbung der Decke (ja, sie ist gewölbt, was man mit einem Lineal leicht prüfen kann) geringer, und im Extremfall reißt das Holz – üblicherweise neben dem Griffbrett – komplett durch. Das ist von einem Totalschaden nicht mehr weit entfernt.

Was kann man tun?
Wenn das Hygrometer (ihr habt doch eines, oder?) unter die Marke von 45 Prozent oder gar 40 Prozent fällt, ist Handeln gefragt. Ganz klar: Die Luft muss so schnell wie möglich feuchter werden. Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Entweder erhöht man die Menge an Wasser in der Luft, oder man verringert deren Aufnahmefähigkeit, indem man die Temperatur absenkt. Feuchte Tücher über der Heizung stellen eine wirksame Sofortmaßnahme dar; sie müssen jedoch ständig feucht gehalten werden. Wesentlich einfacher geht es mit entsprechenden Befeuchtungssystemen für den Gitarrenkoffer und das Innere der Gitarre, die es von Martin Guitars beim Händler der Wahl gibt. Darüber hinaus: Muss es wirklich immer so warm sein in der Bude? Weniger Hitze tut nicht nur den Gitarren, sondern auch den Menschen gut!

Versunkene Schätze

Speziell für den deutschen Markt lassen wir im Martin Custom Shop immer wieder Gitarren bauen, die es bei Martin Guitars selbst so nicht gibt. Das betrifft beispielsweise die Verwendung ungewöhnlicher Hölzer. Zwei Modelle stechen besonders heraus, nämlich die D-18SM Adirondack sowie die kleinere Schwester 000-18SM Adirondack

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